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Wofür steht „TIR“ auf LKW?

Ferienzeit ist Urlaubszeit und die Autobahnen sind vor allem an den Wochenenden überfüllt. Wer in den Ferien mit dem Auto in den Urlaub reist, trifft auf den Straßen nicht nur andere Urlauber, sondern auch zahlreiche LKW. Beim genaueren Betrachten der LKW fällt häufig ein blaues Schild mit der Aufschrift „TIR“ auf. Aber für was steht eigentlich dieses TIR und was hat es auf den LKW zu suchen?

TIR steht erst einmal für „Transports Internationaux Routiers“, was die französische Bezeichnung für Internationaler Straßengütertransport ist. Dieser Name steht für ein zollrechtliches Versandverfahren, dass zum Versand über mehrere Transitländer beantragt werden kann. Ohne ein solches Verfahren wäre nämlich an jeder Grenze, die der Transport überquert, die gesamte Ladung zu verzollen. Im Falle des Transits durch ein Land, also ohne Ent- und Beladung des LKW, wird die verrichtete Gebühr bei der Ausreise rückerstattet. Das hat allerdings den Nachteil, dass der Aufenthalt an den Grenzen extrem lange dauern kann. Außerdem muss der Fahrer, je nach Ladung, eine horrende Summe an Bargeld mit sich führen. Um diese Prozedur zu ersparen kann ein sogenanntes Carnet TIR beantragt werden. Dieses Dokument kann unter bestimmten Voraussetzungen bei der International Road Transport Unit (IRU) in Genf bzw. bei den nationalen Vertretungen wie beispielsweise dem Bundesverband Güterkraftverkehr Logistik und Entsorgung (BGL) in Deutschland beantragt werden. In dem Dokument werden alle mitgeführten Waren aufgelistet und vom Zoll des Herkunftslandes kontrolliert. Der LKW, der die Ware durch mehrere Transitländer transportieren soll, wird verplombt, so dass er während der Fahrt nicht geöffnet werden kann. Am Zoll der Transitländer wird dann nur das Dokument abgestempelt und ein längerer Aufenthalt an der Grenze kann somit vermieden werden.

Jeder LKW, der Ware über ein Carnet TIR Verfahren transportiert, ist verpflichtet eine blaue Plakette mit der Aufschrift TIR sichtbar am Fahrzeug zu befestigen. Die einzige Zollgebühr, die für so einen Transport dann anfällt ist die bei der Einfuhr im letztendlichen Zielland. Möglich ist das mittlerweile in über 60 Ländern auf der ganzen Welt.

Wenn du dich also auch schon immer mal gefragt hast, was das TIR-Schild auf den LKW bedeutet, weißt du jetzt, dass dieser LKW wohl durch mehrere Länder gefahren ist oder noch eine weite Reise vor sich hat.

 

Quellen:

http://www.bgl-ev.de/web/der_bgl/informationen/carnet_tir.htm

https://de.wikipedia.org/wiki/Transports_Internationaux_Routiers

Wie entsteht ein Gewitter?

Im letzten Beitrag ging es um die Entstehung eines Tornados in einer Gewitterwolke. Diese Woche geht es darum, wie denn eine solche Gewitterwolke und die zu einem Gewitter gehörigen Phänomene wie Blitz und Donner entstehen.

Als Grundvoraussetzung wird warme, feuchte Luft in Bodennähe benötigt. Das ist der Hauptgrund, warum Gewitter meist im Sommer stattfinden. Diese warme Luft steigt auf Grund geringerer Dichte nach oben. Auf dem Weg nach oben kühlt sie sich ab. Ab einem gewissen Punkt fängt die Feuchtigkeit in der Luft an zu kondensieren und es bildet sich eine Wolke. Bei der Kondensation des Wassers wird allerdings weitere Wärme frei, die die Luftmasse weiter nach oben steigen lässt. Das Ganze passiert bis zu einem Höhenbereich in dem es so kalt ist, dass die Wassertropfen anfangen zu gefrieren. Die Eiskristalle fallen dann in der Wolke nach unten, können aber durch den in der Wolke herrschenden Aufwind wieder nach oben transportiert werden. Dabei wachsen sie immer weiter an bis sie letztendlich so groß sind, dass der Aufwind sie nicht mehr mitreißen kann und sie als Hagel, Graupel oder große Regentropfen auf die Erde fallen. Durch das ständige Hoch und Runter der Eiskristalle und Wassertropfen in der Wolke lässt sich nicht verhindern, dass diese auch aneinander stoßen und reiben. Dabei können von den aufsteigenden Tropfen Elektronen an die herabfallenden Eiskristalle abgegeben werden. Durch eine hohe Häufigkeit dieses Prozesses in der Wolke entsteht ein Ladungsfeld mit einem Elektronenüberschuss am unteren Ende (Minuspol) und einer Elektronenarmut am Kopf der Wolke (Pluspol). Diese Ladungen in der Wolke interagieren nun auch mit der Erdoberfläche. Hier gilt das allgemeine physikalische Gesetz: „Gegensätze ziehen sich an, Gleiches stößt sich ab“. Die negativ geladene Unterseite der Wolke erzeugt dadurch eine positive Ladung auf der darunter liegenden Erdoberfläche. Die Elektronen werden dort von den Elektronen der Wolke abgestoßen und es entsteht auch hier eine Elektronenarmut (Pluspol). Zwischen dem Minuspol der Wolke, der durch weitere Ladungstrennung in der Wolke immer stärker wird, und dem Pluspol auf der Erdoberfläche herrscht nun eine Spannung. Diese Spannung kann übrigens mehrere hundert Millionen Volt betragen. Wenn die Spannung groß genug ist kann sie sich in Form eines Blitzes entladen. Die kritische Spannung die überwunden werden muss liegt bei etwa 170.000 Volt pro Meter Abstand zwischen Wolke und Erdoberfläche. Blitze können allerdings auch zwischen Wolken oder innerhalb einer Wolke entladen werden. Hierfür sind etwas geringere Spannungen nötig. Deshalb ereignet sich ein Großteil der Blitze in den Wolken und nur ein geringer Teil geht bis auf die Erde.

Ein Blitz ist in der Lage die Luft auf extrem hohe Temperaturen zu erwärmen. Die Luft unmittelbar um den Blitzkanal wird schlagartig auf bis zu 30.000°C erhitzt. Die erhitzte Luft breitet sich dabei explosionsartig aus und bildet eine Druckwelle. Diese Druckwelle vernehmen wir als Donner wenn sie unser Ohr erreicht. Durch verschieden Einflüsse auf dem Weg zu uns kann der Donnerton in eine längeres „Grollen“ verzerrt werden.

Das faszinierende Phänomen Gewitter beinhaltet natürlich noch viel mehr Details aber ich denke mit dem oben Beschriebenen kann man sich ungefähr ein Bild davon machen was sich in und um einer Gewitterwolke herum abspielt.

 

Quellen:

http://www.weltderphysik.de/thema/hinter-den-dingen/klima-und-wetter/gewitterblitze/

https://www.nela-forscht.de/2011/06/08/wie-entsteht-ein-gewitter/