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Was ist denn dieses Jahr mit dem Ostertermin los?

Ostern am ersten Sonntag nach dem ersten Frühlingsvollmond?! Da war doch was! Wer sich den diesjährigen Kalender einmal anschaut wird aber feststellen, dass der Frühlingsanfang am 20. März, am 21. März ein Vollmond und folglich am 24. März … kein Ostern ist??? Was läuft denn da dieses Jahr schief?

Tatsächlich kann es bei dem sogenannten „Oster-Paradoxon“ zu Abweichungen von der bekannten Faustregel kommen. Und zwar immer dann, wenn die genauen Zeitpunkte des Vollmonds und des Frühlingsanfangs sehr nah beieinander liegen. So ist es auch dieses Jahr. Der exakte Zeitpunkt (MEZ) des Frühlingsanfangs, der durch die genaue Tag- und Nachtgleiche definiert ist, war am 20. März um 22:58. Der Vollmond hatte seine maximale „Größe“ am 21. März um 02:42. Beide Ereignisse lagen somit nicht einmal 4 Stunden auseinander. Trotzdem stellt sich die Frage, warum Ostern dann nicht am folgenden Sonntag ist, wenn man das doch so genau weiß.

Das liegt daran, dass die Ostertermine bereits vor langer Zeit vorhergesagt wurden. Anfangs ging man einfach immer vom 21. März als Frühlingsanfang aus. Auch bei den Mondphasen ging man davon aus, dass sie sich alle 19 Jahre zyklisch wiederholen, also an den gleichen Tagen wieder Vollmond ist. Bis auf wenige Stunden Verschiebung ist das auch relativ genau. Der Frühlingsanfang kann allerdings zwischen dem 19. und 21. März variieren. Eine spätere Berechnung durch den Mathematiker Carl Friedrich Gauß setzte diese Abweichung zwar in einer Formel um, trotzdem gibt es immer noch Abweichungen von ein paar Stunden. Wenn also beide Ereignisse, so wie dieses Jahr sehr nah beieinander liegen, kann es zu dem beschriebenen Paradoxon kommen, und Ostern ist eben nicht schon im März, sondern erste Ende April nach dem nächsten (eigentlich zweiten) Frühlingsvollmond.

Rein astronomisch gesehen liegen die Kalender also falsch, trotzdem wird sich natürlich nach dem im Kalender eingetragenen Osterdatum gerichtet, so dass wir noch reichlich Zeit haben die Geschenke für Ostern zu verstecken.

Keine Sorge, nächstes Jahr stimmt wieder alles. Das nächste Oster-Paradoxon wird es erst im Jahr 2038 geben.

 

Quellen:

https://www.mdr.de/mdr-thueringen/th-redakteur-warum-ostern-nicht-nach-erstem-vollmond-fruehling-100.html

https://www.astronews.com/frag/antworten/4/frage4751.html

Warum hat der Februar nur 28 bzw. 29 Tage?

Jetzt ist wieder März und damit der Februar dieses Jahr schon wieder um. Ging ganz schön schnell oder?! Klar der Februar hat ja auch nur 28 Tage und nicht 30 oder 31 wie alle Anderen. Aber warum ist das eigentlich so und warum ausgerechnet der Februar?

Dazu ein kurzer Exkurs zur Entstehung unseres heutigen Kalenders. Dafür muss man weit in der Zeit zurück reisen, denn bereits die alten Ägypter haben mit Hilfe ihrer astronomischen Kenntnisse ein Jahr auf 365 Tage festgelegt. Das ist etwa die Zeit, die die Erde benötigt um einmal die Sonne zu umkreisen. Die Einteilung in Monate basiert ebenfalls auf einem astronomischen Phänomen. Der Mond schafft es nämlich in einem Jahr fast zwölfmal die Erde zum umrunden. Also wurde bereits weit vor Christus das Jahr in zwölf Monate eingeteilt. Wenn man jetzt 365 Tage auf zwölf Monate aufteilen will, sind das etwa 30,5 Tage pro Monat. Also gab man mehr oder weniger abwechselnd den Monaten 30 bzw. 31 Tage. Da insgesamt 7 Monaten 31 Tage zugesprochen wurden, blieben am Schluss für einen Monat nur noch 28 Tage übrig. So weit so gut aber warum hat es hier ausgerechnet den Februar erwischt?

Tatsächlich war es damals so, dass das Jahr nicht wie heute mit dem Januar begann, sondern mit dem März. Zu sehen ist das heute teilweise noch an den Namen der Monate. Die Namen September, Oktober, November und Dezember sind von den römischen Zahlen 7,8,9 und 10 abgeleitet. Startend beim März als erster Monat entspricht das der Reihenfolge der Monate. Der Februar war somit der letzte Monat im Jahr und war damit der Monat, dem schlichtweg die „restlichen Tage“ der Jahres zugesprochen wurden – also nur noch 28. Auch die Kalenderreform von Julius Cäsar, nach der wir uns heute noch richten und die den Januar als ersten Monat festlegte, änderte nichts an dieser Tatsache. Das ist also der Grund, warum der Februar auch heute noch weniger Tage hat als die Anderen.

 

Quellen:

https://www.swr.de/blog/1000antworten/antwort/4116/warum-hat-der-februar-weniger-tage-als-die-anderen-monate/

https://www.noz.de/deutschland-welt/gut-zu-wissen/artikel/1020147/warum-hat-der-februar-nur-28-tage