Schlagwort-Archive: Bauch

Wieso bekommt man beim Joggen Seitenstechen?

In Zeiten der Ausgangsbeschränkungen auf Grund der CoVid-19-Pandemi, bekommt Joggen als Individualsport für viele eine größere oder sogar neue Bedeutung. Wer bei dem schönen Wetter in den letzten Tagen draußen war, hat vermutlich so viele Jogger gesehen, wie schon lange nicht mehr. Ein häufig auftretendes Phänomen beim Joggen ist Seitenstechen. Jeder kennt es und hat es selbst schon einmal gespürt, aber wie entsteht eigentlich Seitenstechen und was kann man dagegen tun?

 

Tatsächlich gibt es von der Wissenschaft hier noch keine eindeutige Aussage in Bezug auf die Entstehung von Seitenstechen. Die am häufigsten zitierte Theorie besagt, dass als wichtigster Atemmuskel das Zwerchfell beim Joggen stärker beansprucht wird und es dadurch zu einer Sauerstoffunterversorgung kommen kann. Dies Unterversorgung äußert sich dann in einem stechenden Schmerz im unteren Rippenbereich, wo das Zwerchfell liegt.

Eine weitere Möglichkeit könnte allerdings die durch körperliche Anstrengung bedingte Ausdehnung der Milz sein. Die Folge ist eine Spannung im umliegenden Bauchbereich, was sich wiederum als der typische Seitenstechen-Schmerz äußern könnte. Auch die Bewegung der anderen inneren Organe bei sportlicher Tätigkeit könnte einen ähnlichen Effekt haben.

Was bewiesenermaßen dagegen hilft ist regelmäßiges Training. Trainierte Jogger leiden deutlich seltener unter Seitenstechen. Auch ein gezieltes Training der Bauch und Rumpfmuskulatur für eine stabile Haltung beim Laufen kann Seitenstechen vorbeugen. Direkt vor dem Laufen sollte man außerdem etwa 3 Stunden keine feste Nahrung zu sich nehmen, um nicht auch noch den Magen zu beanspruchen. Tritt akut Seitenstechen beim Laufen auf, hilft in der Regel nur das Tempo zu reduzieren und auf gleichmäßiges Laufen und vor allem auch Atmen achten.

Gefährlich ist das unangenehme Stechen übrigens nicht. Es ist lediglich eine nervige Nebenwirkung für alle, die sich endlich mal wieder zum Joggen aufraffen konnten.

 

Quellen:

https://www.gesundheit.de/wissen/haetten-sie-es-gewusst/allgemeinwissen/wie-entsteht-seitenstechen

https://www.runnersworld.de/verletzungen-vorbeugung/seitenstechen/

 

Darf man mit vollem Bauch ins Wasser?

Auch wenn die Badesaison sich schon dem Ende neigt, möchte ich heute über etwas schreiben, dass jeder schon einmal von seinen Eltern gehört hat, sich selber gedacht hat oder vielleicht auch seinen Kindern schon gesagt hat. Es ist sogar in den offiziellen Baderegeln der DLRG niedergeschrieben: „Nicht mit vollem (oder leeren) Bauch ins Wasser gehen“. Aber was ist eigentlich dran an dieser Aussage?

Tatsächlich haben sich auch mit dieser Frage bereits vor vielen Jahren Wissenschaftler befasst. Die grundlegende Theorie hinter dieser Aussage besagt, dass nach einer ordentlichen Mahlzeit der Körper gezielt Blut in die Magenregion schickt, um den Verdauungsprozess zu beschleunigen und die Nährstoffe aus der Nahrung möglichst schnell zu verteilen. Entsprechend sind andere Muskelregionen, wie Beine und Arme, die man zum Schwimmen braucht, tendenziell unterversorgt.

In einer Versuchsreihe haben Forscher mehrere Probanden etwa gleichen Alters zu unterschiedlichen Zeiten nach einer Mahlzeit eine vorgegebene Strecke schwimmen lassen. Das Ergebnis war, dass die Wartezeit nach dem Essen keinerlei Einfluss auf die Schwimmleistung hat. Die Erklärung der Wissenschaftler lautet, dass der Körper zwar nach dem Essen die Verdauungsregion stärker durchblutet, es dadurch im Normalfall aber zu keinem Blutmangel in anderen Regionen des Körpers kommt, so dass die körperliche Leistung aufrecht erhalten bleibt.

Das einzig unangenehme an einem vollem Bauch im Wasser ist, dass der Wasserdruck zusätzlich auf den Magen drückt, was ein erhöhtes Völlegefühl hervorrufen kann. Bei Personen mit Herz-Kreislauf Problemen wird allerdings weiterhin davor gewarnt, direkt nach dem Essen ins Wasser zu gehen. Ganz einfach aus dem Grund, dass ihre Blutversorgung schneller aus dem Gleichgewicht gebracht werden kann, als bei gesunden Menschen.

Schlimmer als ein überfüllter Bauch ist dagegen ein komplett leerer Bauch. Wenn lange nichts gegessen wurde, kann es beim Schwimmen, wie bei allen anderen sportlichen Aktivitäten, zur Unterzuckerung kommen und die Leistungsfähigkeit des Körpers kann rapide abnehmen.

 

Quellen:

https://www.spiegel.de/gesundheit/ernaehrung/schadet-essen-vor-dem-schwimmen-mythos-oder-medizin-a-1108337.html

https://www.monte-mare.de/de/ratgeber_schwimmen_nach_dem_essen_q_a-4629.html