Archiv der Kategorie: Alltag

Wer oder was sind die Eisheiligen?

Nach den teilweise schon sehr sommerlichen Temperaturen im April war es die letzte Woche doch noch einmal sehr kalt, sogar teilweise mit Bodenfrost in den Nächten. Oft wird in diesem Zeitraum im Mai von den Eisheiligen gesprochen. Aber wer oder was sind die Eisheiligen und was steckt dahinter?

Die Tage, die als Eisheilige bezeichnet werden sind die Namenstage von fünf Bischöfen und Märtyrer, die alle um das 3. bis 5. Jahrhundert gelebt haben. Mamertus, Pankratius, Servatius, Bonifatius und Sophie. Die Namenstage dieser Heiligen fallen in dieser Reihenfolge auf die Tage vom 11. bis 15. Mai. Aber was hat all das jetzt mit „Eis“ zu tun?

Bekanntermaßen sind die Eisheiligen ja eine sogenannte Bauernregel. Diese Bauernregeln sind natürlich nicht ohne Grund entstanden. Tatsächlich herrschte früher in Mitteleuropa Anfang Mai häufig eine Wetterlage, die mit kalter Polarluft für teilweise frostige Temperaturen sorgte. Ohne moderne Wettermodelle, wie es sie heute gibt, hielten sich die Menschen damals an wiederkehrende Wetterphänomene, um ihre Landwirtschaft anzupassen und darauf vorzubereiten. So entstand mit der Zeit die Bauernregel der Eisheiligen. Die Personen selber hatte zu ihren Lebzeiten allerdings nichts mit Eis oder Kälte zu tun.

Bis zur heutigen Zeit hat sich das Klima stark gewandelt. Auch wenn dieses Phänomen auch heute noch teilweise anzutreffen ist, wie man dieses Jahr sehr deutlich gemerkt hat, so zeigen vor allem auch die letzten Jahre, dass diese Regel nicht mehr wirklich zutrifft. Auch eine Kalenderreform im 16. Jahrhundert, hat den Zeitpunkt der Eisheiligen im Kalender verschoben, so dass die Tage oft nicht mehr zutreffen. Was aber bleibt, ist die Tatsache, dass es auch im Mai noch einmal Frost geben kann und jeder, der im Garten oder auch professionell etwas anpflanzt, das im Hinterkopf behalten sollte.

Für dieses Jahr sind die frostigen Tage jedenfalls vorbei und wir können uns jetzt wieder auf schön warmes Sommerwetter freuen 😊

 

Quelle:

https://www.eisheilige.info

Wofür sind die bunten Kästchen auf Verpackungen?

Sind dir auch schon einmal die vielen bunten Kästchen auf Verpackungsmaterial aufgefallen, die meist irgendwo am Rand zu finden sind und keinen erkennbaren Sinn zu haben scheinen? Und hast du dich auch schon immer gefragt, was das soll?

Tatsächlich gibt es einen sehr trivialen Grund. Diese bunten Quadrate dienen der Qualitätssicherung des Aufdruckes auf den Verpackungen. Sie sind eine Art Teststreifen, der immer mitgedruckt wird. Anhand dieses Teststreifens kann die Farbdichte der einzelnen Farben kontrolliert werden. Denn wie in vielen anderen Bereichen, gibt es auch für den Druck von Verpackungen bestimmte Richtlinien, die erfüllt und kontrolliert werden müssen. Der Teststreifen gibt somit schnell Auskunft über eventuelle Fehler im Druckprozess oder Verschleiß an der Druckmaschine.

Wenn man mal genauer sucht findet man diese Streifen oder Kästchen tatsächlich auf sehr vielen bedruckten Verpackungen. Sollten sie mal nicht zu finden sein, wurden sie vermutlich auf eine Stelle gedruckt, die vor dem Zusammensetzten der Verpackung abgeschnitten wurde. Es gibt nämlich sogar eine ISO-Norm, die die Qualitätssicherung von Druckerzeugnissen reglementiert.

Mit dem Wissen aus diesem Beitrag wirst du kaum noch eine Verpackung in die Hand nehmen können, ohne nach den bunten Kästchen zu suchen oder sie vielleicht sogar sofort zu entdecken 😉

 

Quelle:

https://www.juber.de/wss/?p=5545

Wieso bekommt man beim Joggen Seitenstechen?

In Zeiten der Ausgangsbeschränkungen auf Grund der CoVid-19-Pandemi, bekommt Joggen als Individualsport für viele eine größere oder sogar neue Bedeutung. Wer bei dem schönen Wetter in den letzten Tagen draußen war, hat vermutlich so viele Jogger gesehen, wie schon lange nicht mehr. Ein häufig auftretendes Phänomen beim Joggen ist Seitenstechen. Jeder kennt es und hat es selbst schon einmal gespürt, aber wie entsteht eigentlich Seitenstechen und was kann man dagegen tun?

 

Tatsächlich gibt es von der Wissenschaft hier noch keine eindeutige Aussage in Bezug auf die Entstehung von Seitenstechen. Die am häufigsten zitierte Theorie besagt, dass als wichtigster Atemmuskel das Zwerchfell beim Joggen stärker beansprucht wird und es dadurch zu einer Sauerstoffunterversorgung kommen kann. Dies Unterversorgung äußert sich dann in einem stechenden Schmerz im unteren Rippenbereich, wo das Zwerchfell liegt.

Eine weitere Möglichkeit könnte allerdings die durch körperliche Anstrengung bedingte Ausdehnung der Milz sein. Die Folge ist eine Spannung im umliegenden Bauchbereich, was sich wiederum als der typische Seitenstechen-Schmerz äußern könnte. Auch die Bewegung der anderen inneren Organe bei sportlicher Tätigkeit könnte einen ähnlichen Effekt haben.

Was bewiesenermaßen dagegen hilft ist regelmäßiges Training. Trainierte Jogger leiden deutlich seltener unter Seitenstechen. Auch ein gezieltes Training der Bauch und Rumpfmuskulatur für eine stabile Haltung beim Laufen kann Seitenstechen vorbeugen. Direkt vor dem Laufen sollte man außerdem etwa 3 Stunden keine feste Nahrung zu sich nehmen, um nicht auch noch den Magen zu beanspruchen. Tritt akut Seitenstechen beim Laufen auf, hilft in der Regel nur das Tempo zu reduzieren und auf gleichmäßiges Laufen und vor allem auch Atmen achten.

Gefährlich ist das unangenehme Stechen übrigens nicht. Es ist lediglich eine nervige Nebenwirkung für alle, die sich endlich mal wieder zum Joggen aufraffen konnten.

 

Quellen:

https://www.gesundheit.de/wissen/haetten-sie-es-gewusst/allgemeinwissen/wie-entsteht-seitenstechen

https://www.runnersworld.de/verletzungen-vorbeugung/seitenstechen/

 

Welche Nährstoffe stärken unser Immunsystem?

Zurzeit wird so viel über die Auswirkungen und Folgen des Coronavirus geredet, dass ich in diesem Artikel einmal informieren möchte, was jeder einzelne explizit tun kann, um sein Immunsystem zu stärken und somit bestmöglich für eine eventuelle Erkrankung gewappnet ist. Natürlich gelten alle Maßnahmen nicht nur im Falle des Covid-19. Ein starkes Immunsystem schützt vor allen Angriffen auf unseren Körper, seien es Viren, Bakterien oder andere Krankheitserreger.

Ich möchte hier keine medizinischen Anwendungen aufzählen, sondern vielmehr erläutern, welche Nährstoffe und Vitamine in dieser Hinsicht wichtig sind und in welchen alltäglichen Lebensmitteln sie stecken.

Angefangen mit Vitamin C, das wohl bekannteste Vitamin, wenn es um die Immunabwehr geht. Mit einer großen Beteiligung am Aufbau des Immunsystems, aber auch als Antioxidans und als Baustein für Knochen, Zähne und Blut ist Vitamin C essenziell für unseren Körper. Allseits bekannt ist wohl auch, dass es in Zitrusfrüchten enthalten ist. Aber auch anderes Obst, wie zum Beispiel die Kiwi enthalten viel davon. Kohlgemüse wie Blumenkohl oder Brokkoli sowie auch Paprika sind sogar bessere Lieferanten als die klassische Zitrone. Der Top Lieferant Sanddorn ist wohl eher ungewöhnlich, aber Schwarze Johannisbeeren stehen ebenfalls sehr weit oben auf der Liste.

Auch sehr bekannt ist die Tatsache, dass Zink für ein gesundes Immunsystem wichtig ist. Zink wird für die Produktion und Aktivierung unserer körpereigenen Abwehrzellen benötigt. Außerdem ist es in der Lage Rezeptoren zu blockieren, an die sich sonst Erkältungsviren setzten und sich dort vermehren. Fisch und Fleisch, aber auch Milchprodukte und Hülsenfrüchte enthalten viel Zink.

Vitamin A ist ebenfalls ein wichtiges Vitamin für die Immunabwehr. Auf der einen Seite stärkt es die Schleimhäute, die die erste Barriere für Krankheitserreger darstellen. Auf der anderen Seite steigert es aber auch die Aktivität von Abwehrzellen. Vitamin A kommt in tierischen Produkten vor, besonders in Leber oder Butter. Die in Pflanzen enthaltenen Carotinoide, die wie der Name schon sagt zum Beispiel in Karotten vorkommen, werden im Körper zu Vitamin A zersetzt und sind somit ebenfalls eine wichtige Vitamin A Quelle.

Ein weiterer, oft unterschätzter Faktor ist Sonnenlicht. Es regt die körpereigene Vitamin D Produktion an. Auch wenn Vitamin D nicht unbedingt aktiv in die Immunabwehr eingreift, so kann ein Mangel schnell zu Immunschwächen führen. Sonnenlicht und das Aufhalten im Freien steigern außerdem die Produktion des „Glückshormons“ Serotonin. Stress ist ein häufiger Faktor, der nicht nur unser Immunsystem schwächt. Serotonin trägt dazu bei, das Stresslevel zu reduzieren und ist damit auch für unsere Abwehr gegen jegliche Krankheitserreger essenziell.

Natürlich gibt es noch unzählige weitere Stoffe und Faktoren, die unser Immunsystem beeinflussen. Die hier genannten sind meiner Meinung nach aber relativ leicht in unseren Alltag zu integrieren und damit für jeden anwendbar und auch verständlich. Gerade in der jetzigen Zeit einer Pandemie kann damit Jeder versuchen sich mit einfachen Mitteln zumindest ein Stück weit vor Krankheiten zu schützen.

 

Quellen:

https://www.centrosan.com/Wissen/Naehrstoff-Lexikon/Vitamine/Fettloeslich/Vitamin-A-und-Carotinoide.php

https://www.orthomol.com/de-de/lebenswelten/abwehrkraefte-staerken/ernaehrungstipps

https://www.woerwagpharma.de/de/gesundheitsthemen/gesundes-immunsystem/zink-immunsystem#c16204

Wann und warum müssen wir niesen?

Gerade jetzt in der Erkältungszeit hört und sieht man sehr häufig Menschen niesen. Oft kommt ein Niesreiz im ungünstigsten Moment. Aber warum niesen wir eigentlich?

Der ursprüngliche Sinn des Niesens liegt darin die, Nase zu reinigen. Gelangen Fremdkörper wie Staub in unsere Nase, werden dadurch die sehr empfindlichen Nasennerven gereizt. Das wiederum löst einen Niesreflex ausg, bei dem Luft explosionsartig durch die Atemwege ausgestoßen wird. Diese Luft, die übrigens bei einem Nieser bis zu 160km/h erreichen kann, soll alles aus der Nase befördern, was dort nicht hingehört. Wie oft man niesen muss, hängt einerseits davon ab, wie empfindlich die Nerven in der Nase sind, andererseits davon, ob die Fremdkörper wirklich mit dem ersten Niesen entfernt werden konnten oder eben doch noch ein zweites oder drittes Mal nötig ist.

Neben Staub können auch noch etliche andere Faktoren einen Niesanfall auslösen. Allergene wie Pollen oder Tierhaare können ebenfalls die Nasennerven stimulieren und rufen dadurch ein Niesen hervor. Ein weiteres interessantes Phänomen ist das umgangssprachlich als „Sonnenniesen“ bezeichnete ACHOO-Syndrom (vgl. „Warum müssen manche Menschen niesen, wenn sie von der Sonne geblendet werden?“). Bei vielen Menschen wird nämlich ein Niesreiz auch durch helles Licht ausgelöst.

Ein Nieser sollte übrigens niemals unterdrückt werden. Die stark beschleunigte Luft erzeugt ansonsten nämlich einen hohen Druck und kann im schlimmsten Fall das Trommelfell schädigen. In jedem Fall werden Fremdkörper aber entgegen des eigentlichen Sinns sogar noch weiter in den Nasen-Nebenhöhlen verteilt.

In einer Situation, in der niesen unangebracht wäre, hilft es bei einem sich ankündigenden Nieser die Nase zuzuhalten oder die Nasenflügel zusammen zu drücken. Kann der Niesreiz dadurch nicht unterdrückt werden, sollte die Nase allerdings auf keinen Fall weiter zugehalten werden. Dann muss man wohl die eventuell unangenehme Situation in Kauf nehmen. Die meisten Leute haben ja doch Verständnis für einen spontanen unangekündigten Niesanfall.

Quellen:

https://www.spektrum.de/frage/warum-niest-man-immer-dreimal/1563000

https://www.nasen-ratgeber.de/die-nase/aufgaben/niesen/

Warum gähnen wir und ist es wirklich ansteckend?

Es kann oft zu unangenehmen Situationen führen. Man sitzt mit Leuten zusammen und muss auf einmal gähnen. Egal, ob man gerade müde ist oder hoch konzentriert. Aber warum gähnen wir überhaupt?

Lange wurde gähnen auf einen Sauerstoffmangel zurückgeführt. Es stimmt zwar, dass beim Gähnen eine größere Menge Luft in die Lungen strömt und dadurch auch ein Sauerstoffdefizit ausgeglichen werden kann, das ist aber wohl nicht der ursprüngliche Auslöser. Die Sauerstoffzufuhr ist viel mehr ein positiver Nebeneffekt.

Der Hauptgrund ist laut einiger wissenschaftlicher Studien die Kühlung des Gehirns, die durch die einströmende Luft erzeugt wird. Wird unser Gehirn zu warm, und da reden wir schon von nur 0,1°C, so nimmt die Denk- und Reaktionsleistung ab. Durch das Gähnen wird kühle Luft durch den Rachenbereich geleitet und kühlt dabei das ins Gehirn fließende Blut ab. Das erklärt auch, warum man auch in Phasen hoher Konzentration gähnen muss. Durch erhöhte Gehirnleistung steigt die Temperatur im Kopf und der Gähnmechanismus wird ausgelöst. Auch im Schlaf ist die Gehirntemperatur leicht erhöht. In den Übergangsphasen des Schlafes, also müde werden und aufwachen, ist somit die Wahrscheinlichkeit zu gähnen auch höher.

Dass gähnen anstecken ist, stimmt übrigens wirklich. Auch hierzu gab es bereits zahlreiche Versuchsreihen mit Menschen und auch Tieren. Es wird vermutet, dass es einen sozialen Hintergrund hat. Wenn jemand gähnt und es einen Grund dafür gibt, kann es bei Personen oder auch Tieren, die in einer ähnlichen Situation sind, auch nicht schaden.

Es ist also ganz normal zu gähnen, egal in welcher Situation und auch nicht verwunderlich, wenn in einem Raum auf einmal alle das Gähnen anfangen. Das hat nicht unbedingt zu heißen, dass dort alle müde sind.

Quellen:

https://www.welt.de/wall-street-journal/article131643537/Warum-die-Menschen-gaehnen-muessen.html

https://www.welt.de/wall-street-journal/article131643537/Warum-die-Menschen-gaehnen-muessen.html

Bier auf Wein, das lass sein?

Bier auf Wein, dass lass sein – Wein auf Bier, das rat ich dir“. Diesen Spruch hat vermutlich jeder schon einmal gehört. Angeblich soll ein potentieller Kater am nächsten Morgen stärker ausfallen, wenn man nicht die richtige Reihenfolge beim Trinken am Vorabend einhält. Aber ist das wirklich so?

Ja, tatsächlich haben sich auch hiermit schon Wissenschaftler beschäftigt und dazu eine großangelegte und gut durch organisierte Studie durchgeführt. Quasi „Saufen im Sinne der Wissenschaft“. Doch natürlich wurde bei der Studie kontrolliert getrunken und auf alle beeinflussenden Faktoren geachtet. In verschiedenen Gruppen wurde in unterschiedlicher Reihenfolge Bier und Wein bis zu einem vorgegebenen Blutalkoholgehalt getrunken. Am nächsten Morgen wurden die Probanden zu verschiedenen Kater Symptomen befragt und mussten deren Ausprägung einschätzen. Das Ergebnis der Studie war eindeutig: Die Reihenfolge der Getränke hat keinen Einfluss auf die Symptome eines Katers. Der übrigens auch in anderen Ländern bekannte Spruch über Bier und Wein ist also in die Kategorie Mythos einzuordnen.

Stellt sich nun noch die Frage, woher so ein doch sehr etablierter Spruch kommt, wenn er doch eigentlich gar nicht zutrifft. Wie so oft liegt der Ursprung wohl im Mittelalter. Damals galt Bier auf Grund des günstigen Preises als Getränk der Armen. Wein hingegen war teuer. „Wein auf Bier“ stellt somit einen Gesellschaftlichen Aufstieg dar, wobei „Bier auf Wein“ als Abstieg angesehen wurde.

Quellen:

https://academic.oup.com/ajcn/article/109/2/345/5307130

https://www.foodwatch.org/de/frage-des-monats/2019/bier-auf-wein-das-lass-sein-stimmt-das/

https://www.spiegel.de/gesundheit/diagnose/bier-auf-wein-das-lass-sein-studie-klaert-ratschlag-ein-fuer-alle-mal-a-1251953.html

Darf Metall in die Mikrowelle?

Ein auch im Internet sehr heiß diskutiertes Thema: Darf Metall in die Mikrowelle? Kann  ich den Löffel in der Milchtasse lassen, wenn ich diese in der Mikrowelle erwärme? Hierüber ranken sich viele Mythen und Theorien. Diese reichen von „man soll sogar einen Löffel ins Getränk legen“ bis hin zu „auf keinen Fall, da kann die Mikrowelle explodieren“.

Wie in den meisten Fällen, haben alle Aussagen irgendwo ihren begründeten Ursprung und es kursieren etliche Videos im Internet von Leuten, die selber mit Metall in der Mikrowelle experimentiert haben. Grundsätzlich sollte man an dieser Stelle sagen, dass es in manchen Fällen nicht zu empfehlen ist und es eigentlich keinen Grund gibt, Metall „sinnlos“ in der Mikrowelle zu platzieren. Allerdings wirklich gefährlich ist es in der Regel nicht. Entscheidend ist tatsächlich die Form des Metalls. Grundsätzlich werden nämlich durch die Mikrowellen in Metallen elektrische Ströme erzeugt. (Funktionsweise einer Mikrowelle) Die Mikrowellen regen die im Metall frei beweglichen Elektronen zur Bewegung an und bewegte Elektronen sind Strom. Stromfluss in Metallen führt erst einmal dazu, dass sich das Metall erhitzt. Nun ist es aber so, dass dieser Stromfluss sich vor allem auf die Kanten oder Spitzen des Metalls konzentriert. Durch die dabei entstehenden hohen Spannungen, kann es tatsächlich zu Funkenflügen kommen. Vor allem wenn sich zwei solcher Kanten sehr nahe kommen. Klassisches Beispiel hierfür ist eine Gabel. Die Zinken bieten optimale Eckpunkte für den Stromfluss und liegen direkt nebeneinander, weshalb es bei Gabeln in der Mikrowelle schnell zu Funkenflug kommt. Kritisch sind auch sehr dünne Metallbeschichtungen auf Geschirr, wie beispielsweise ein Goldrand auf einem Teller. Diese dünnen Schichten können so heiß werden, dass sie anfangen zu schmelzen. Ein Löffel hingegen verteilt die Ladungen, die durch die Mikrowellen entstehen recht gut. Allerdings sollte dieser auch nicht zu nah am Gehäuse der Mikrowelle entlanglaufen. Dieses ist nämlich auch aus Metall und bei sehr kurzem Abstand kann es auch hier zu Funkenflug kommen.

Wissenschaftler des Frauenhofer Instituts haben außerdem getestet, wie sich gefüllte Aluminiumschalen in der Mikrowelle verhalten. Fertiggerichte sind oft in solchen Schalen verpackt und werden gerne einfach so in die Mikrowelle gestellt. Dies ist nach der Aussage der Wissenschaftler auch ohne Bedenken möglich. Entscheidend hierbei ist, dass die Behälter befüllt sein müssen, damit das Metall nicht mit sich selber interagieren kann.

Auch wenn Funkenschlag in der Mikrowelle sicher nicht zu längeren Lebenserwartung des Geräts beiträgt, so ist auch nicht jeder Funke in der Mikrowelle gleich eine potentielle Explosionsquelle. Sollten beim Betrieb der Mikrowelle doch einmal Funken im Inneren zu sehen sein, kann das Gerät ganz einfach abgeschaltet werden und die Funkenquelle entfernt werden. Wer seine wertvollen Goldrandteller, die er von seiner Urgroßmutter geerbt hat, in die Mikrowelle stellt, wird sich allerdings schnell ärgern. Ein geschmolzener Goldrand ist wohl kaum noch zu retten.

 

Quellen:

https://www.haz.de/Nachrichten/Wissen/Uebersicht/Darf-Metall-in-die-Mikrowelle

https://www.ekitchen.de/kuechengeraete/mikrowelle/ratgeber/loeffel-in-der-mikrowelle-557491.html

Das Ausharren des Sekundenzeigers einer Bahnhofsuhr

Wer kennt es nicht? Man steht auf dem Bahnsteig und wartet auf einen Zug, der womöglich auch noch zu spät ist. Dabei fällt häufig der Blick auf die dort angebrachte Bahnhofsuhr. Wenn man diese länger betrachtet, fällt auf, dass der Sekundenzeiger relativ lange inne hält, sobald er die Zwölf erreicht hat. Erst wenn der Minutenzeiger eine Position weiter gesprungen ist, bewegt sich der Sekundenzeiger weiter. Aber warum ist das so und was hat das für einen Sinn?

Die einfache Antwort darauf ist, dass Bahnhofsuhren zu jeder vollen Minute synchronisiert werden. Sie bekommen jede Minute ein Signal von einer zentralen Uhr, dass diese Minute abgeschlossen ist und erst dann bewegt sich auch der Sekundenzeiger weiter. Damit der Sekundenzeiger bei einer leichten Abweichung nicht schon über die Zwölf hinausgeschossen sein kann bis dieses Signal kommt, läuft dieser etwas schneller und vollendet seine Runde schon nach etwa 58 Sekunden. Aus diesem Grund harrt er für etwa zwei Sekunden aus, bevor er die nächste Minute anbricht und weiter läuft.

Zentral gesteuert wird diese Zeit, so wie die einer jeden Funkuhr, von der Atomuhr der Physikalisch-Technischen Bundesanstalt in Braunschweig. Meist besitzt ein Bahnhof eine Zentraluhr, die dieses Signal aus Braunschweig empfängt und ihr Signal dann wiederum an alle weiteren Uhren dieses Bahnhofs weiter gibt.

Der ausharrende Sekundenzeiger an Bahnhofsuhren hat also nichts damit zu tun, dass bei der Bahn grundsätzlich ganz gerne gewartet wird 😉

 

Quellen:

https://www.zeit.de/1992/46/das-kleine-geheimnis-der-bahnhofsuhr

https://www.tagesspiegel.de/wissen/alltagswissen-warum-wartet-der-sekundenzeiger-der-bahnhofsuhr/1232696.html

Flasche auf Flasche schlagen – warum schäumt das Bier dabei über?

Man steht nichtsahnend mit einer Flasche Bier auf einer Party und plötzlich kommt jemand vorbei und haut mit seiner Flasche oben auf besagte Bierflasche in der Hand. Mit einer schnellen Reaktion und dem Trinken von viel Schaum kann man eine Sauerei gerade noch verhindern. Aber warum schäumt ein Bier eigentlich so stark wenn man oben auf die Flasche haut. Die Physik hinter dem Partygag will ich euch heute erklären.

Bekanntermaßen enthält Bier ja Kohlensäure. Diese Kohlensäure ist in der Flüssigkeit gelöst und kann unter bestimmten Bedingungen entweichen. Grundsätzlich gilt, dass Gase sich bei hohem Druck besser in Flüssigkeiten lösen, bei geringen Druck eher entweichen. Wenn nun eine Flasche auf einen anderen Flaschenhals geschlagen wird, in dem sich Bier befindet, erzeugt dieser Schlag eine Druckwelle. Diese Druckwelle breitet sich nach unten in die Flasche aus. Am Flaschenboden wird die Welle reflektiert und wandert wieder nach oben. Dabei überlagert sie sich mit der nach unten wandernden Welle. Interferenzerscheinungen durch eben diese Überlagerung sorgen dafür, dass an manchen Stellen Regionen mit höherem Druck, an anderen allerdings auch Regionen mit deutlich geringerem Druck entstehen. An genau diesen Stellen ist der Druck so gering, dass die in der Flüssigkeit gelöste Kohlensäure entweicht und somit CO2 freigesetzt wird. Ist erst einmal eine CO2-Blase entstanden, fällt es der restlichen Kohlensäure leichter die Flüssigkeit zu verlassen und somit noch mehr CO2 freizusetzen. Diese Kettenreaktion sorgt dafür, dass eine große Menge an CO2 gleichzeitig aus dem Bier aufsteigt. Bier hat dabei die Eigenschaft, dass sich Schaum bildet, der dann schlagartig die Flasche verlässt. Die Flasche schäumt also über.

Zum Glück sind Flaschen in der Regel rund, sonst könnte das gleiche auch bei einem „Schlag“ von der Seite gegen eine Flasche passieren und das klassische Anstoßen würde in vielen Fällen zu einer großen Sauerei führen. An der runden Flaschenwand wird die Druckwelle nämlich nicht in die gleiche Richtung reflektiert, aus der sie gekommen ist und es entstehen keine Interferenzerscheinungen wie oben beschrieben.

 

Quellen:

https://www.weltderphysik.de/thema/hinter-den-dingen/bierstreich/

https://amara.org/pt-br/videos/NTKIKQ9k3Jrz/de/738890/