Bier auf Wein, das lass sein?

Bier auf Wein, dass lass sein – Wein auf Bier, das rat ich dir“. Diesen Spruch hat vermutlich jeder schon einmal gehört. Angeblich soll ein potentieller Kater am nächsten Morgen stärker ausfallen, wenn man nicht die richtige Reihenfolge beim Trinken am Vorabend einhält. Aber ist das wirklich so?

Ja, tatsächlich haben sich auch hiermit schon Wissenschaftler beschäftigt und dazu eine großangelegte und gut durch organisierte Studie durchgeführt. Quasi „Saufen im Sinne der Wissenschaft“. Doch natürlich wurde bei der Studie kontrolliert getrunken und auf alle beeinflussenden Faktoren geachtet. In verschiedenen Gruppen wurde in unterschiedlicher Reihenfolge Bier und Wein bis zu einem vorgegebenen Blutalkoholgehalt getrunken. Am nächsten Morgen wurden die Probanden zu verschiedenen Kater Symptomen befragt und mussten deren Ausprägung einschätzen. Das Ergebnis der Studie war eindeutig: Die Reihenfolge der Getränke hat keinen Einfluss auf die Symptome eines Katers. Der übrigens auch in anderen Ländern bekannte Spruch über Bier und Wein ist also in die Kategorie Mythos einzuordnen.

Stellt sich nun noch die Frage, woher so ein doch sehr etablierter Spruch kommt, wenn er doch eigentlich gar nicht zutrifft. Wie so oft liegt der Ursprung wohl im Mittelalter. Damals galt Bier auf Grund des günstigen Preises als Getränk der Armen. Wein hingegen war teuer. „Wein auf Bier“ stellt somit einen Gesellschaftlichen Aufstieg dar, wobei „Bier auf Wein“ als Abstieg angesehen wurde.

Quellen:

https://academic.oup.com/ajcn/article/109/2/345/5307130

https://www.foodwatch.org/de/frage-des-monats/2019/bier-auf-wein-das-lass-sein-stimmt-das/

https://www.spiegel.de/gesundheit/diagnose/bier-auf-wein-das-lass-sein-studie-klaert-ratschlag-ein-fuer-alle-mal-a-1251953.html

Wie funktioniert ein 3D-Drucker?

Du hast bestimmt schon einmal von 3D-Druck gehört und das man damit mittlerweile fast alles herstellen kann. Aber weißt du auch, wie so ein 3D-Drucker funktioniert?

Das prinzipielle Verfahren ist, dass ein dreidimensionales Modell Schicht für Schicht aufgebaut wird. Benötigt werden dafür Materialien, die unter bestimmten Bedingungen ihre Eigenschaften ändern und beispielsweise schmelzen oder eben auch wieder aushärten. Weit verbreitet sind drei verschiedene Verfahren des 3D-Drucks. Die Stereolithographie, das Laser-Sintern und das Fused Deposition Modeling. In allen Fällen werden die Modelle bereits als 3D-Datei an den Drucker übermittelt. Bei der Stereolithographie kommt ein flüssiges Epoxidharz als Basismaterial zum Einsatz. Eine Hebebühne, die in einem Becken aus Epoxidharz angebracht ist fährt schrittweise von oben nach unten. In jedem Schritt wird mit einem Laser eine Schicht des Modells abgefahren. Überall, wo der Laser entlangfährt, härtet das Harz aus und am Ende entsteht eine dreidimensionale Struktur. Beim Laser-Sintern hingegen dient ein Kunststoffpulver als Ausgangsmaterial. Dieses Pulver kann mit Hilfe eines Lasers punktuell aufgeschmolzen werden und verhärtet anschließend sehr schnell wieder. Das Pulver wird hier mit Hilfe einer Rolle schichtweise aufgetragen und in jede Pulverschicht die entsprechende Struktur des Modells rein „gebrannt“. Überschüssiges Pulver kann am Ende abgebürstet werden. Das letzte Verfahren, das Fused Deposition Modeling, arbeitet etwas anders. Hier gibt es im Drucker ähnlich wie bei 2D-Druckern eine Düse, die einen vorher verflüssigten Kunststoff Schicht für Schicht auf das Modell aufträgt. Sobald der flüssige Kunststoff die Düse verlassen hat, härtet er aus und bildet somit das 3D-Objekt.

Grundsätzlich gibt es 3D-Drucker in allen Varianten und Größen von haushaltstauglichen Spielzeugen bis hin zu industriellen Großanlagen. Die sehr präzise Technik der 3D-Drucker wird immer weiter entwickelt, so dass mittlerweile erstaunliches damit „gedruckt“ werden kann.

 

Quellen:

https://www.printer-care.de/de/drucker-ratgeber/wie-funktioniert-ein-3d-drucker

https://www.tintenmarkt.de/Blog/Der-3D-Druck-was-ist-das-und-wie-funktioniert-er-1538

https://praxistipps.chip.de/wie-funktioniert-ein-3d-drucker-verstaendlich-erklaert_45124

Warum erscheint der Mond am Horizont größer?

Gestern war mal wieder Vollmond und wer etwa um 19:00 Uhr Richtung östlichen Horizont geschaut hat, konnte ihn aufgehen sehen. Beim Aufgehen und in Horizont Nähe leuchtet der Mond nicht nur schön orange, sonder erscheint auch deutlich größer. Aber warum ist das so?

Offensichtlich ist, dass der Mond zu jeder Zeit die selbe Größe haben muss. Warum wirkt er dann nahe des Horizontes deutlich größer? Eine Überlegung wäre, dass genau wie die Rotfärbung des Mondes bei Auf- und Untergang, auch die Größenillusion etwas mit unserer Atmosphäre zu tun haben könnte (vgl. Rotfärbung der Sonne). Das lässt sich allerdings schnell widerlegen, indem man den Mond fotografiert. Auf Fotos wirkt der Mond immer gleich groß bzw. klein, egal wo er gerade steht. Es muss also einen anderen Grund geben.

Natürlich gibt es aber auch schon eine Erklärung, die eher aus der Gehirnforschung kommt. Entscheidend ist nämlich die Art und Weiße, wie unser Gehirn die Größe eines Objekts mit dessen Entfernung verknüpft. Ist ein Objekt sehr weit entfernt und erscheint trotzdem noch relativ groß, so muss es tatsächlich sehr groß sein. Genau so ist es mit dem Mond. Der Mond ist etwa 400.000 Kilometer von der Erde entfernt. Steht der Mond aber irgendwo am Himmel, so hat unser Gehirn keinen Anhaltspunkt, wie weit er wirklich entfernt ist. Etwas anders ist das in Horizontnähe. Hier stehen Vergleichsobjekte zur Verfügung und man erkennt sofort, dass der Mond noch viel weiter weg ist, als beispielsweise der Berg am Horizont. Unser Gehirn erkennt das auch und schließt daraus, dass der Mond riesig sein muss, wenn man ihn trotzdem noch so deutlich sieht. Durch diese Verknüpfung lässt unser Gehirn den Mond noch etwas größer aussehen, wenn er gerade auf oder untergeht.

Ein aufgehender Mond ist somit doppelt spektakulär. Er erscheint uns größer als sonst und ist auch noch leicht rötlich gefärbt.

 

Quelle:

https://www.spektrum.de/frage/warum-erscheint-der-mond-am-horizont-groesser/912361

Darf Metall in die Mikrowelle?

Ein auch im Internet sehr heiß diskutiertes Thema: Darf Metall in die Mikrowelle? Kann  ich den Löffel in der Milchtasse lassen, wenn ich diese in der Mikrowelle erwärme? Hierüber ranken sich viele Mythen und Theorien. Diese reichen von „man soll sogar einen Löffel ins Getränk legen“ bis hin zu „auf keinen Fall, da kann die Mikrowelle explodieren“.

Wie in den meisten Fällen, haben alle Aussagen irgendwo ihren begründeten Ursprung und es kursieren etliche Videos im Internet von Leuten, die selber mit Metall in der Mikrowelle experimentiert haben. Grundsätzlich sollte man an dieser Stelle sagen, dass es in manchen Fällen nicht zu empfehlen ist und es eigentlich keinen Grund gibt, Metall „sinnlos“ in der Mikrowelle zu platzieren. Allerdings wirklich gefährlich ist es in der Regel nicht. Entscheidend ist tatsächlich die Form des Metalls. Grundsätzlich werden nämlich durch die Mikrowellen in Metallen elektrische Ströme erzeugt. (Funktionsweise einer Mikrowelle) Die Mikrowellen regen die im Metall frei beweglichen Elektronen zur Bewegung an und bewegte Elektronen sind Strom. Stromfluss in Metallen führt erst einmal dazu, dass sich das Metall erhitzt. Nun ist es aber so, dass dieser Stromfluss sich vor allem auf die Kanten oder Spitzen des Metalls konzentriert. Durch die dabei entstehenden hohen Spannungen, kann es tatsächlich zu Funkenflügen kommen. Vor allem wenn sich zwei solcher Kanten sehr nahe kommen. Klassisches Beispiel hierfür ist eine Gabel. Die Zinken bieten optimale Eckpunkte für den Stromfluss und liegen direkt nebeneinander, weshalb es bei Gabeln in der Mikrowelle schnell zu Funkenflug kommt. Kritisch sind auch sehr dünne Metallbeschichtungen auf Geschirr, wie beispielsweise ein Goldrand auf einem Teller. Diese dünnen Schichten können so heiß werden, dass sie anfangen zu schmelzen. Ein Löffel hingegen verteilt die Ladungen, die durch die Mikrowellen entstehen recht gut. Allerdings sollte dieser auch nicht zu nah am Gehäuse der Mikrowelle entlanglaufen. Dieses ist nämlich auch aus Metall und bei sehr kurzem Abstand kann es auch hier zu Funkenflug kommen.

Wissenschaftler des Frauenhofer Instituts haben außerdem getestet, wie sich gefüllte Aluminiumschalen in der Mikrowelle verhalten. Fertiggerichte sind oft in solchen Schalen verpackt und werden gerne einfach so in die Mikrowelle gestellt. Dies ist nach der Aussage der Wissenschaftler auch ohne Bedenken möglich. Entscheidend hierbei ist, dass die Behälter befüllt sein müssen, damit das Metall nicht mit sich selber interagieren kann.

Auch wenn Funkenschlag in der Mikrowelle sicher nicht zu längeren Lebenserwartung des Geräts beiträgt, so ist auch nicht jeder Funke in der Mikrowelle gleich eine potentielle Explosionsquelle. Sollten beim Betrieb der Mikrowelle doch einmal Funken im Inneren zu sehen sein, kann das Gerät ganz einfach abgeschaltet werden und die Funkenquelle entfernt werden. Wer seine wertvollen Goldrandteller, die er von seiner Urgroßmutter geerbt hat, in die Mikrowelle stellt, wird sich allerdings schnell ärgern. Ein geschmolzener Goldrand ist wohl kaum noch zu retten.

 

Quellen:

https://www.haz.de/Nachrichten/Wissen/Uebersicht/Darf-Metall-in-die-Mikrowelle

https://www.ekitchen.de/kuechengeraete/mikrowelle/ratgeber/loeffel-in-der-mikrowelle-557491.html