Kann man aufgetaute Lebensmittel wieder einfrieren?

Wer kennt das nicht? Man holt etwas aus dem Gefrierschrank, um daraus eine Mahlzeit zu kochen. Wenn alles aufgetaut ist stellt man fest, dass es viel zu viel ist oder man sogar das falsche aufgetaut hat. Eine alte Küchenregel sagt aber, man soll einmal Aufgetautes nicht noch einmal einfrieren. Auch viele Hersteller warnen mittlerweile auf ihren Verpackungen vor erneutem Einfrieren. Aber was ist dran an dieser Aussage?

Grundsätzlich gilt, anders als oft angenommen, dass schädliche Keime oder Bakterien beim Einfrieren nicht abgetötet werden. Sie werden nur in eine Art Winterschlaf versetzt und sind nach dem Auftauvorgang wieder aktiv. Aus diesem Grund macht die Regel bei leicht verderblichen Lebensmitteln durchaus Sinn. Rohes Fleisch oder Fisch sollte beispielsweise nach dem Auftauen nicht wieder eingefroren werden. Ganz einfach weil in der Regel einige Zeit vergeht, bis das Fleisch komplett gefroren ist und auch das Auftauen dauert seine Zeit. Während dieser Zeit können sich potentielle Keime sehr gut vermehren. Genau so sollte ja auch nicht eingefrorenes, rohes Fleisch nicht lange gelagert werden, bis man es verarbeitet. Nicht so gefährdete Lebensmittel wie Gemüse, welches ja auch nicht gefroren länger haltbar ist, kann sehr wohl mehrmals eingefroren werden. Allerdings gehen bei jedem Einfrier- bzw. Auftauvorgang wichtige Vitamine verloren. Allgemein leidet die Qualität der Lebensmittel vor allem durch das Auftauen, da dabei viel Wasser entzogen wird.

Grundsätzlich muss jeder selber entscheiden, ob ein aufgetautes Lebensmittel ein weiteres Mal eingefroren werden kann. Die Hersteller sichern sich durch den Aufdruck auf den Verpackungen ab, da wie gesagt auf der einen Seite die Qualität leidet, auf der anderen Seite das Risiko des Verderbens mit jedem Auftauen steigt. Bei leicht verderblichen Lebensmitteln ist im Sinne der eigenen Sicherheit allerdings von erneutem Einfrieren tatsächlich abzuraten.

 

Quellen:

https://www.alternativ-gesund-leben.de/lebensmittel-wieder-einfrieren-nachdem-sie-aufgetaut-waren-darf-bzw-kann-man-lebensmittel-zweimal-einfrieren/

https://www.zdf.de/verbraucher/rach-tischt-auf/aufgetautes-nicht-mehr-einfrieren-102.html

Wofür steht „TIR“ auf LKW?

Ferienzeit ist Urlaubszeit und die Autobahnen sind vor allem an den Wochenenden überfüllt. Wer in den Ferien mit dem Auto in den Urlaub reist, trifft auf den Straßen nicht nur andere Urlauber, sondern auch zahlreiche LKW. Beim genaueren Betrachten der LKW fällt häufig ein blaues Schild mit der Aufschrift „TIR“ auf. Aber für was steht eigentlich dieses TIR und was hat es auf den LKW zu suchen?

TIR steht erst einmal für „Transports Internationaux Routiers“, was die französische Bezeichnung für Internationaler Straßengütertransport ist. Dieser Name steht für ein zollrechtliches Versandverfahren, dass zum Versand über mehrere Transitländer beantragt werden kann. Ohne ein solches Verfahren wäre nämlich an jeder Grenze, die der Transport überquert, die gesamte Ladung zu verzollen. Im Falle des Transits durch ein Land, also ohne Ent- und Beladung des LKW, wird die verrichtete Gebühr bei der Ausreise rückerstattet. Das hat allerdings den Nachteil, dass der Aufenthalt an den Grenzen extrem lange dauern kann. Außerdem muss der Fahrer, je nach Ladung, eine horrende Summe an Bargeld mit sich führen. Um diese Prozedur zu ersparen kann ein sogenanntes Carnet TIR beantragt werden. Dieses Dokument kann unter bestimmten Voraussetzungen bei der International Road Transport Unit (IRU) in Genf bzw. bei den nationalen Vertretungen wie beispielsweise dem Bundesverband Güterkraftverkehr Logistik und Entsorgung (BGL) in Deutschland beantragt werden. In dem Dokument werden alle mitgeführten Waren aufgelistet und vom Zoll des Herkunftslandes kontrolliert. Der LKW, der die Ware durch mehrere Transitländer transportieren soll, wird verplombt, so dass er während der Fahrt nicht geöffnet werden kann. Am Zoll der Transitländer wird dann nur das Dokument abgestempelt und ein längerer Aufenthalt an der Grenze kann somit vermieden werden.

Jeder LKW, der Ware über ein Carnet TIR Verfahren transportiert, ist verpflichtet eine blaue Plakette mit der Aufschrift TIR sichtbar am Fahrzeug zu befestigen. Die einzige Zollgebühr, die für so einen Transport dann anfällt ist die bei der Einfuhr im letztendlichen Zielland. Möglich ist das mittlerweile in über 60 Ländern auf der ganzen Welt.

Wenn du dich also auch schon immer mal gefragt hast, was das TIR-Schild auf den LKW bedeutet, weißt du jetzt, dass dieser LKW wohl durch mehrere Länder gefahren ist oder noch eine weite Reise vor sich hat.

 

Quellen:

http://www.bgl-ev.de/web/der_bgl/informationen/carnet_tir.htm

https://de.wikipedia.org/wiki/Transports_Internationaux_Routiers